Mit dem Hirten unterwegs

Mit dem Hirten unterwegs

Schafe stehen in der Advents- und Weihnachtszeit hoch im Kurs. Sie verschönern Krippenszenen und werden von so manchem Kind beim Krippenspiel dargestellt. Warum auch nicht. Schafe waren doch nach Lukas 2,8 dabei, als die Engel den Hirten die frohe Botschaft von Jesu Geburt auf dem Feld verkündigten.

Schafe sind faszinierende Tiere. Nicht nur, weil sie ein so kuschelig weiches Fell haben, sondern auch, weil sie mit viel Vertrauen ausgestattet sind. Sie folgen ihrem Hirten, wenn sie ihn kennen. Aus dem Winterquartier folgen sie ihm auf die Frühlingswiese. Dort gebären sie ihre Lämmer. Und wenn die Wiese abgegrast ist, führt der Hirte sie weiter auf eine andere Wiese. Der Weg von einer Wiese zur nächsten ist nicht ungefährlich. In Psalm 23 ist die Rede von einem finsteren Tal, durch das der Hirte seine Schafe führt. Für so manches Schaf ist diese Wanderung durchaus verwirrend, denn alles, was es bisher kannte, mag nur die Frühlingswiese sein. Warum jetzt diese Wanderung? Warum wo anders hin? Der Hirte weiß warum, es sein muss. Auch kennt er den richtigen Zeitpunkt, wann die Wanderung dran ist. Und der Hirte kennt den Weg. Er ist bei den Schafen, geht diesen voraus.

Dabei sehen und erfahren die Schafe, wie der Hirte zwei Dinge zum Einsatz bringt: einen Stecken und einen Stab. Mit dem Stecken verteidigt er seine Herde in Gefahren, indem er diesen beispielsweise wilden Tieren entgegenwirft. Oder er klopft mit dem Stecken auf den Boden, um Schlangen zu vertreiben. Mit dem Stab lenkt und leitet er die Schafe, so dass sie in der Spur bleiben und sicher durch das Tal gelangen. Der Hirte schlägt sie nicht, sondern berührt die Schafe mit dem Stab sacht an der Seite, um ihnen so die richtige Richtung zu weisen. Weil der Hirte da ist, der die Schafe sicher führt und leitet, brauchen diese kein Unglück zu fürchten, sondern erleben Trost im finsteren Tal, auf dieser unbekannten Reise. Sie müssen lediglich folgen.

Jeder von uns darf sich wie ein Schaf einem guten Hirten anvertrauen. Dazu lädt Jesus uns ein, wenn er in Johannes 10 sagt: „Ich bin der gute Hirte… Ich lasse mein Leben für die Schafe“. Auch wir als AWM sind auf die Führung unseres guten Hirten angewiesen. Er geht uns voran, voraus in das neue Jahr 2020 mit all seinen saftigen Wiesen und finsteren Tälern. Ihm dürfen wir folgen und vertrauen.

Unseren Gästen, Studierenden, Seminarteilnehmenden, Betern, Unterstützern und Begleitern wünschen wir in der verbleibenden Zeit des alten Jahres, dann aber auch im unbekannten neuen Jahr 2020 diese vertrauensvolle Nähe zu Jesus, unserem guten Hirten. Mögen uns Krippenszenen und Krippenspiele in der Weihnachtszeit an diesen liebenden Hirten erinnern.

Bernd Weber
Dem Studium der Betriebswirtschaftslehre und einigen Berufsjahren in der Pharmaindustrie schlossen sich theologische und interkulturelle Studien an, um für einen Missionseinsatz gut gerüstet zu sein. Nach d ...
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Inspiriert durch Gedanken von seinem Kollegen Stephan Fischer.

01.12.2019