Weltenbürger in Christus

Weltenbürger in Christus

So würden sich vermutlich viele bezeichnen, die im Umfeld der AMW unterwegs sind. Ich auch. Wir haben die Welt nicht nur im Blick „bis an die Enden der Erde“ – wir bewegen uns auch (mehr oder weniger) fließend zwischen Ländern, Kulturen, Sprachen. In Flughäfen kennen wir die besten Ruhezonen – außerhalb der Airline Lounges natürlich. Egal, wo wir sind, erwarten wir mit größter Selbstverständlichkeit, dass wir jemanden treffen, den wir kennen oder der jemanden kennt, den wir kennen. Es ist ein spannendes, begeisterndes, stimulierendes Leben.

Es ist aber auch anstrengend – immer wieder neu anfangen in anderen Kontexten. Immer ein Stück fremd bleiben – egal, wie lange wir an einem Ort sind. Immer Familie, Freunde, Heimat vermissen.

Und dann sind wir plötzlich wieder zu Hause … und fühlen uns noch mehr „fehl am Platz“. Die Menschen um uns herum haben oft den größten Teil ihres Lebens an diesem Ort verbracht. Sie sprechen wirklich nur eine Sprache (oder zwei, falls der Dialekt mitgezählt wird). Sie haben einen regionalen und (kaum) einen globalen Verständnisrahmen. Und dann dieser glasige Blick, der erscheint, wenn wir anfangen, aus unserem welt-bewegten Erfahrungsschatz zu erzählen. Es gibt einfach kaum Anknüpfungspunkte. Wie schnell geht es dann, dass wir etwas genervt und überheblich werden. Wie kann ich wagen, das zu sagen? Selbst erlebt in den letzten Jahren… es war (und ist) nicht angenehm…

Gleichzeitig wachsen bei mir gewaltige Hochachtung und Respekt vor Menschen, die jahrzehntelang das Leben gemeinsam gestalten und bewältigen. Die sich gegenseitig begleiten und unterstützen. Die gemeinsam feiern und gemeinsam die Verluste ertragen. All das, was den Weltenbummlern oft so schmerzlich fehlt.

Denn das fordert genauso seinen Tribut und kostet Körner – mit Nachbarn auskommen, die nicht immer nur sympathisch sind. Alle kulturellen Erwartungen kennen und wissen, dass alle anderen das auch wissen. Resultat? Kaum Bewegungsspielraum. Viel Raum, um Erwartungen zu enttäuschen und enttäuscht zu werden. Keine Chance, von Konflikten (zumindest räumlich) wegzukommen. Wenige Möglichkeiten, Neues kennenzulernen.

Was ist das Gemeinsame für alle, die den Auftrag des „Gut-Nachrichtens“ bis an die Enden der Erde als Grundanliegen haben? Egal, ob Weltreisender oder Lokalmatador? Es geht immer darum, den ersten Schritt zu tun – und manches Mal ist der Schritt über den Gartenzaun um einiges herausfordernder als der Schritt in ein neues Land.

Deshalb findet man in der AWM-Community beides – Weltreisende und Lokalmatadoren … Education to go beginnt einfach mit dem nächsten Schritt, und es ist uns als AWM-Team eine Ehre, euch alle darin zu unterstützen.

Carmen Crouse
(M.A. Bible, Columbia International University) Nach einer Banklehre und einigen Jahren Mitarbeit in verschiedenen Fackelträgerzentren (Deutschland, England, USA) folgten drei Jahre als Flugbegleiterin bei ...
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01.02.2020