Fedor Gluschenko ist Masterstudent an der CIU Korntal. Das Praxisprojekt ist zentraler Bestandteil dieses Studiums und erlaubt, sich intensiv mit Fragen, die aus der eigenen Praxis entstehen, auseinanderzusetzen und – mit fachlicher Begleitung – neue Ansätze zu entwickeln:

„Im Rahmen meines Praxisprojekts begann ich in unserer Freikirche in Dülmen einen Besuchsdienst. Mein Ziel war sicherzustellen, dass sich jedes Gemeindemitglied gehört und unterstützt fühlt, besonders ältere Menschen und jene, die bisher möglicherweise weniger Aufmerksamkeit erfahren haben.

Als Pastor und Leiter dieses Projekts wollte ich unsere Mitglieder persönlich besuchen und ihre individuellen Bedürfnisse verstehen. Mein Studienschwerpunkt „Culture & Theology“ an der AWM erwies sich dabei als äußerst hilfreich. Ich war angenehm überrascht, wie gut mich mein Studium für diese Aufgabe vorbereitet hatte. Auf zahlreiche theologische Fragen der Besuchten, wie die Rolle der Frauen in der Gemeinde, ethische Fragestellungen und viele andere, konnte ich eingehen. Der Austausch mit meinen Kommilitonen hatte mich für unterschiedliche theologische Ansichten sensibilisiert. Genauso hilfreich war die Auseinandersetzung mit meinen eigenen gedanklichen Sackgassen. Daher konnte ich einfühlsam auf meine Gegenüber eingehen und ihnen weiterhelfen.

Der Besuchsdienst wurde vom Projekt zur Herzensangelegenheit: Er ermöglichte Brücken zu bauen, Gemeinschaft zu stärken und Menschen in ihrem Glaubens- und Lebensweg zu unterstützen. Die Begegnungen hinterließen nicht nur bei den Besuchten, die sich über die persönliche Zuwendung und Begleitung sehr freuten, sondern auch bei mir selbst einen tiefen Eindruck.

So konnte ich nicht nur meinem Nächsten dienen, sondern auch meinem Herrn Jesus Christus: »Ich bin ohne Kleidung gewesen, und ihr habt mich bekleidet; ich bin krank gewesen, und ihr habt mich besucht; ich bin gefangen gewesen, und ihr seid zu mir gekommen. (…) Was ihr einem dieser meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan!« (Mt 25, 36.40b)“

Der Austausch mit meinen Kommilitonen hatte mich für unterschiedliche theologische Ansichten sensibilisiert. Genauso hilfreich war die Auseinandersetzung mit meinen eigenen gedanklichen Sackgassen.